Interview mit Katja Reich und Meike Weber
Welche konkreten Klimaziele verfolgt die Landeshauptstadt München?
Die Gesamtstadt soll bis 2035 klimaneutral sein, die Stadtverwaltung strebt dieses Ziel bereits für 2030 an.
Welche Rolle nehmen die Bildungsbauten dabei ein?
Den Kitas, Schul- und Sportbauten kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn sie zählen aufgrund ihrer hohen Anzahl zu den größten Energieverbrauchern der öffentlichen Hand.
Wo setzt München hier an und wie sieht das Maßnahmenpaket aus?
Zur besseren Systematisierung wurden sechs Klimamodule für klimaschonende und nachhaltige Bauweisen entwickelt. Diese reichen von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, über den Ausbau erneuerbarer Energien, bis hin zum Einsatz von mehr Grün- und Biodiversität. Bei den Baustoffen wird neben der verstärkten Nutzung nachwachsender Rohstoffe auch deren Recycling und Wiederverwendung in anderen Projekten betrachtet (Re-Use). Darüber hinaus werden bei der Immobilienentwicklung stadteigner Gebäude übergreifende Prozesse, die all diese Kernthemen beinhalten, miteinbezogen und kontinuierlich weiterentwickelt.
Gibt es weitere innovative Lösungsansätze?
Ja, beispielsweise im Bereich Photovoltaik wurden an einigen Schul- und Kitabauten bereits Pilotprojekte durchgeführt. Dazu zählen ein Ballfangzaun mit integrierten Photovoltaikmodulen, der Einsatz von Photovoltaik in Kombination mit Gründächern, fassadenintegriert sowie als Lärmschutzwand oder als Verschattungselemente.
Mit wem arbeitet die Stadt München zusammen, um neue Konzepte zu entwickeln?
Neue Konzepte entstehen einerseits durch Neuentwicklungen am Markt, die im Rahmen innovativer Projekte umgesetzt und bewertet werden. Anderseits durch die Forschung. Die Landeshauptstadt arbeitet hierfür häufig mit Universitäten zusammen. Aber auch mit anderen Partnern aus der Forschung und Entwicklung, um innovative Systeme, Prozesse und Materialien anzuwenden oder bereits umgesetzte Lösungen zu evaluieren. Ein Beispiel ist die Wiederverwendung ganzer Bauteile, die nach einem kontrollierten Abbruch in anderen Bauvorhaben wiederverwendet werden können. Mittlerweile konnte ein Tool entwickelt werden, welches es ermöglicht, Bauteile vor dem Abbruch eines Gebäudes zu katalogisieren und entsprechende Datenbanken nach benötigten Bauteilen für anstehende Bauprojekte zu durchforsten.
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