Reparieren, was getragen ist. Neu denken, was ungetragen bleibt.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die weltweite Kleidungsproduktion mehr als verdoppelt, während die Lebensdauer von Kleidungsstücken gesunken ist. Die Nutzungsdauer von Kleidung zu verlängern ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, die Umweltauswirkungen der Mode zu reduzieren. Außerdem wächst die Dynamik für Veränderung.
Mit der Einführung der Richtlinie (EU) 2024/825 haben Verbraucherinnen und Verbraucher nun besseren Zugang zu Informationen über Haltbarkeit und Reparierbarkeit. Dadurch wird es einfacher, sich für Reparatur statt Ersatz zu entscheiden. Ergänzend dazu stärkt die kommende Right to Repair Directive, die ab 2026 erwartet wird, das Recht auf Reparatur weiter. Gemeinsam fördern diese Entwicklungen, dass Marken Reparaturservices leichter zugänglich machen.
Bei Fabriek Fris sehen wir darin eine Chance zu handeln. Zusätzlich zu unserem Produktionsatelier und unserer eigenen Akademie, die sich auf den Aufbau und die Skalierung von Modemarken konzentriert, entwickeln wir derzeit einen neuen Schwerpunkt, der darauf abzielt, die Lebensdauer von Kleidungsstücken bereits ab der Designphase zu verlängern. Ansätze wie Design for Longevity und Design for Repair gehen davon aus, dass Menschen sich für Reparatur entscheiden, wenn sie zugänglich und attraktiv ist.
Selbst das bestgestaltete Kleidungsstück muss irgendwann repariert werden. Als Atelier begrüßen wir diesen Moment. Gleichzeitig bestehen weiterhin Hürden. Emotionale Bindung, kulturelle Normen, Kosten und fehlende Fähigkeiten haben einen Einfluss, ob Menschen sich für eine Reparatur entscheiden. Auch Erwartungen spielen eine Rolle. Reparatur ist ein Handwerk, und die Ergebnisse können von dem abweichen, was Nutzerinnen und Nutzer sich vorstellen.
Um dem zu begegnen, entwickeln wir ein besseres Reparaturerlebnis. KI hilft dabei, die Lücke zwischen Erwartung und Realität zu überbrücken. Zum Beispiel, indem simuliert wird, wie ein Kleidungsstück nach der Reparatur aussehen könnte. Außerdem untersuchen wir, wie KI die Effizienz verbessern und Kosten senken kann. Dies ist eine der größten Hürden für Reparaturen.
Durch die Anbindung an bestehende Logistiknetzwerke machen wir Reparatur zugänglicher und nachhaltiger.
Außerdem führen wir sichtbare Reparaturtechniken wie Sashiko ein und eröffnen so neue Möglichkeiten für kreatives Upcycling.
Die Zukunft der Mode liegt nicht nur darin, neue Kleidungsstücke zu schaffen, sondern auch darin, die zu pflegen, die wir bereits besitzen.
#Makeclothesworklonger
Verfasst von Rosan van Boven
>> Weitere Einblicke zu Design und kommenden Regulierungen finden Sie bei Normina