QR-Codes machen Verpackungen leichter, informativer und transparenter.
Die Welt der Verpackungen ist komplex und voller Stellschrauben im Kampf gegen das globale Müllproblem. Die Europäische Union setzt mit der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) klare Leitplanken: Verpackungen sollen auf das Wesentliche reduziert werden. Die Größe und das Gewicht dürfen nur so ausgelegt sein, wie es der Produktschutz erfordert. Überdimensionierte Kartons oder schwere Glasböden bei Flaschen gehören damit der Vergangenheit an. Gleichzeitig fordert die Regulierung mehr Wiederverwendbarkeit, bessere Recyclingfähigkeit und den verstärkten Einsatz von Rezyklaten. Doch Nachhaltigkeit endet nicht beim Material und der Konstruktion.
Verpackungen erfüllen neben dem Produktschutz vor allem eine zentrale Kommunikationsfunktion. Sie informieren über den Inhalt, Inhaltsstoffe, Herkunft und Anwendung. Mit dem Digitalen Produktpass wird diese Rolle grundlegend erweitert. Lieferketten werden transparent und Konsument:innen erhalten von der Herstellung bis zum Recycling den Zugang zu umfassenden Informationen.
Die Schnittstelle zwischen physischer Verpackung und digitaler Welt ist ein kleines, unscheinbares Element, nämlich der QR-Code. Er kann mit ganzen Links statt reiner Produktnummern deutlich mehr Informationen speichern als ein klassischer Barcode. Künftig wird er auf nahezu jeder Verpackung zu finden sein.
Genau hier liegt enormes Potenzial für nachhaltigeres Verpackungsdesign.
Ein QR-Code macht Informationen einfach per Smartphone jederzeit abrufbar. Gedruckte Beilagen können reduziert oder ganz ersetzt werden. Bedienungsanleitungen, Montagehilfen oder Tutorials werden digital, multimedial und interaktiv zugänglich. Gleichzeitig eröffnet sich ein Raum für Storytelling, von der Herkunft der Rohstoffe über die Produktion, bis hin zu Reparaturhinweisen und Entsorgungsempfehlungen.
Die regulatorischen Vorgaben zur Verpackungskommunikation in der EU entwickeln sich gerade hin zu einem hybriden Modell. Digitale Inhalte wie QR-Codes gewinnen an Bedeutung, können gedruckte Pflichtangaben jedoch bisher nur begrenzt ersetzen. Während zusätzliche Informationen, etwa zu Recycling, Nachhaltigkeit oder Produktdetails, zunehmend digital bereitgestellt werden, müssen zentrale Verbraucherinformationen weiterhin physisch auf der Verpackung stehen. Insbesondere zählen dazu sicherheitsrelevante Angaben sowie Pflichtinformationen im Lebensmittelbereich. Digitale Lösungen sind daher primär als Ergänzung zu verstehen. Perspektivisch etabliert sich ein System aus kompakter Printinformation und vertiefenden digitalen Inhalten.
Eine Schlüsselrolle bei der Standardisierung spielt die Organisation GS1, die bereits heute die globale Produktidentifikation im Handel koordiniert. Technologieanbieter wie AuraVeo, Sharpend, Snoopstar oder info.link entwickeln die digitalen Ökosysteme hinter den Codes.
Wenn Marken, Hersteller, Designer und die Recyclingindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, entstehen intelligente Lösungen mit echtem Mehrwert für Konsument:innen, ebenso wie für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen.
Verfasst von Uwe Melichar
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